Vom Königreich Sachsen ins Kaisertum Österreich

Die Grafen (Marquese) Piatti: Eine Übersicht
(Kira Edelmayer)

Abstrakt

Der Beitrag skizziert die Geschichte der Grafen (Marchese) Piatti, einer ursprünglich in Venezien ansässigen italienischen Adelsfamilie, die im Zuge des Siebenjährigen Krieges in den Dienst des Königreichs Sachsen trat und während des Wiener Kongresses 1814/15 nach Österreich gelangte. Ausgehend von der genealogischen Rekonstruktion der Familie werden die sächsischen Wurzeln, die Übernahme der Herrschaft Loosdorf in Niederösterreich (1834) sowie die Erhebung in den niederösterreichischen Grafenstand (1841/43) nachgezeichnet. Ein besonderes Augenmerk gilt Ferdinand Piatti (1899–1980), der als letzter Träger des Familiennamens im österreichischen Adelsverband die politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts – von der Ersten Republik über den Nationalsozialismus bis zum Kriegsende 1945 – unmittelbar erlebte. Ergänzend wird auf eine gleichnamige, möglicherweise verwandte Handelsfamilie hingewiesen, die ab 1767 als Porzellanlieferant am sächsischen Hof nachweisbar ist und das Bindeglied zum Meißener Porzellan herstellt.

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